{"id":140,"date":"2022-09-29T04:12:24","date_gmt":"2022-09-29T16:12:24","guid":{"rendered":"https:\/\/7hi7.com\/de-de\/?page_id=140"},"modified":"2022-09-29T04:12:24","modified_gmt":"2022-09-29T16:12:24","slug":"flow","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/7hi7.com\/de-de\/flow\/","title":{"rendered":"Flow"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"firstHeading\">Flow (Psychologie)<\/h1>\n\n\n\n<p>Bewusstseinszustand, bei dem man selbstvergessen in einer T\u00e4tigkeit aufgeht<\/p>\n\n\n\n<p>Flow (englisch f\u00fcr \u201eflie\u00dfen, rinnen, str\u00f6men\u201c) bezeichnet das als begl\u00fcckend erlebte Gef\u00fchl eines mentalen Zustandes v\u00f6lliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer T\u00e4tigkeit (\u201eAbsorption\u201c), die wie von selbst vor sich geht \u2013 auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. T\u00e4tigkeitsrausch oder auch Funktionslust.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gl\u00fccksforscher Mih\u00e1ly Cs\u00edkszentmih\u00e1lyi (1934\u20132021) gilt als Sch\u00f6pfer der Flow-Theorie, die er aus der Beobachtung verschiedener Lebensbereiche, u. a. von Chirurgen und Extremsportlern, entwickelte und in zahlreichen Beitr\u00e4gen ver\u00f6ffentlichte. Heute wird seine Theorie auch f\u00fcr rein geistige Aktivit\u00e4ten in Anspruch genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Flow kann bei der Steuerung eines komplexen, schnell ablaufenden Geschehens im Bereich zwischen \u00dcberforderung (Angst) und Unterforderung (Langeweile) entstehen. Der Flow-Zugang und das Flow-Erleben sind individuell unterschiedlich. Auf der Basis qualitativer Interviews beschrieb Cs\u00edkszentmih\u00e1lyi verschiedene Merkmale des Flow-Erlebens.[1]<\/p>\n\n\n\n<p>Flow-Zust\u00e4nde k\u00f6nnen bei entsprechenden Bedingungen in hypnotische oder ekstatische Trance \u00fcbergehen. Manche Wissenschaftler verstehen den Flow selbst bereits als Trance.[2]<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Ph\u00e4nomen des Flow-Erlebens<\/h3>\n\n\n\n<p>Bevor Mih\u00e1ly Cs\u00edkszentmih\u00e1lyi den Begriff des \u201eFlow\u201c im psychologischen Sinne pr\u00e4gte und genauer untersuchte, war das Ph\u00e4nomen \u2013 etwa in der\u00a0Spielwissenschaft\u00a0\u2013 schon bekannt: So formulierte etwa der Spieltheoretiker\u00a0Hans Scheuerl<sup>[3]<\/sup>\u00a0in den 1950er Jahren seine ber\u00fchmten Kriterien f\u00fcr das Wesen des Spiels, bei denen er u.\u00a0a. das \u201eEntr\u00fccktsein vom aktuellen Tagesgeschehen\u201c, \u201edas v\u00f6llige Aufgehen in der momentanen T\u00e4tigkeit\u201c oder \u201edas Verweilen in einem Zustand des gl\u00fccklichen Unendlichkeitsgef\u00fchls\u201c hervorhebt, in dem man f\u00fcr immer oder immer wieder verharren m\u00f6chte. Auch in\u00a0Friedrich Schillers\u00a0viel zitiertem Satz \u201e(\u2026) der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt\u201c<sup>[4]<\/sup>\u00a0klingt dieses gl\u00fcckhafte Gef\u00fchl des v\u00f6lligen Eins-Seins mit sich und der Welt im Spiel bereits durch. Mih\u00e1ly Cs\u00edkszentmih\u00e1lyi kommt das Verdienst zu, die Bedeutung des Ph\u00e4nomens auch \u00fcber das Spiel hinaus erkannt und beschrieben zu haben. Nach Mih\u00e1ly Cs\u00edkszentmih\u00e1lyi bedingt das Eintreten von Flow-Gef\u00fchl klare Zielsetzungen, eine volle Konzentration auf das Tun, das Gef\u00fchl der\u00a0Kontrolle\u00a0der T\u00e4tigkeit, den Einklang von\u00a0Anforderung\u00a0und\u00a0F\u00e4higkeit\u00a0jenseits von Angst oder Langeweile in scheinbarer M\u00fchelosigkeit.<sup>[5][6]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der Psychologe\u00a0Siegbert A. Warwitz\u00a0hat sich empirisch mit dem Ph\u00e4nomen des Flow-Erlebens in verschiedenen Altersstufen, bei unterschiedlichen Menschengruppen, T\u00e4tigkeiten und Beanspruchungsgraden auseinandergesetzt.<sup>[7]<\/sup>\u00a0Dabei kam er zu dem Ergebnis: Das \u201eUrbild des Menschen im Flow ist das spielende Kind, das sich im gl\u00fcckseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet.\u201c<sup>[8]<\/sup>\u00a0Das in seinem Spiel voll aufgehende Kind\u00a0<em>spielt<\/em>\u00a0nicht nur Robinson, sondern es\u00a0<em>ist<\/em>\u00a0Robinson. Das hei\u00dft, dass es sich mit der gespielten Figur total identifiziert und in ihr aufgeht. Das Spiel erf\u00fcllt nach Warwitz bereits alle wesentlichen Kriterien, die f\u00fcr das Flow-Erleben charakteristisch sind:<sup>[9]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Kind f\u00fchlt sich den selbst gestellten Anforderungen gewachsen (Schwierigkeit der Aufgabe und L\u00f6sungskompetenz befinden sich im Gleichgewicht).<\/li><li>Es konzentriert die\u00a0Aufmerksamkeit\u00a0auf ein begrenztes, \u00fcberschaubares Handlungsfeld (die T\u00e4tigkeit l\u00e4uft im Nahbereich ab).<\/li><li>Auf die Aktivit\u00e4ten erfolgen klare R\u00fcckmeldungen (der Handlungserfolg wird sofort erkennbar).<\/li><li>Handeln und Bewusstsein verschmelzen miteinander (eine Au\u00dfenwelt existiert nicht).<\/li><li>Das Kind geht voll in seiner T\u00e4tigkeit auf (es \u00fcberh\u00f6rt das Rufen der Mutter).<\/li><li>Das Zeitgef\u00fchl ver\u00e4ndert sich (es lebt ganz im Hier und Jetzt).<\/li><li>Die T\u00e4tigkeit belohnt sich selbst (es bedarf keines Lobes von au\u00dfen).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Dieses Gef\u00fchl der \u201eWeltvergessenheit\u201c kann sich in vergleichbarer Weise bei dem\u00a0Wissenschaftler\u00a0einstellen, der unter \u201eVergessen\u201c der Bed\u00fcrfnisse nach Essen oder Schlafen in langen Nachtarbeiten fast fanatisch eine ihn faszinierende Probleml\u00f6sung verfolgt. Ihm kann der\u00a0Techniker, der Bastler in seiner Werkstatt verfallen, der \u00fcber seiner Versessenheit bei der Gestaltung eines ihn fesselnden Produktziels Familie und Freunde vernachl\u00e4ssigt. Ein besonders intensives Flow-Erleben fand Warwitz bei den Menschen, die sich bis an die Grenze ihrer physischen, psychischen und mentalen M\u00f6glichkeiten verausgaben. Er erkl\u00e4rt das so, dass die extreme Herausforderung durch eine au\u00dferordentliche T\u00e4tigkeit deshalb eine intensive Aussch\u00fcttung von Gl\u00fcckshormonen bewirkt, weil der Handelnde sp\u00fcrt, dass seine Leistungsf\u00e4higkeit auch einer unglaublich schwierigen Aufgabe noch gewachsen ist. Diese Wirkung zeigt sich sehr deutlich bei Ausnahmemenschen wie\u00a0Grenzg\u00e4ngern,\u00a0Artisten\u00a0oder\u00a0Extremsportlern, die im Gl\u00fccksrausch ihrer H\u00f6chstleistungen auch gravierende Verletzungen ihrer Gesundheit, extreme Strapazen \u201evergessen\u201c und beispielsweise trotz abgefrorener Zehen in einer Art \u00fcberm\u00e4chtiger Gl\u00fcckseuphorie ihre ambitionierten Ziele weiter verfolgen. Nach Warwitz kommt das extreme Flow-Erleben eher unter\u00a0asketischen\u00a0Bedingungen zustande, die hohe Eigenleistungen erfordern, als im bequemen Luxusmilieu.<sup>[1][6][7]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Musikerszene wurde das Flow-Erleben von dem Musikp\u00e4dagogen Andreas Burzik beschrieben.<sup>[10][11]<\/sup>\u00a0Im Gegensatz zur kurzzeitig aufgeputschten Erregung des\u00a0Kick\u00a0entsteht hier eine l\u00e4nger andauernde\u00a0Euphorie, eine Form von\u00a0Gl\u00fcck, auf die der Einzelne\u00a0Einfluss\u00a0hat.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Flow_(Psychologie)\">https:\/\/de.m.wikipedia.org\/wiki\/Flow_(Psychologie)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flow (Psychologie) Bewusstseinszustand, bei dem man selbstvergessen in einer T\u00e4tigkeit aufgeht Flow (englisch f\u00fcr \u201eflie\u00dfen, rinnen, str\u00f6men\u201c) bezeichnet das als begl\u00fcckend erlebte Gef\u00fchl eines mentalen Zustandes v\u00f6lliger Vertiefung (Konzentration) und restlosen Aufgehens in einer T\u00e4tigkeit (\u201eAbsorption\u201c), die wie von selbst vor sich geht \u2013 auf Deutsch in etwa Schaffens- bzw. 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